Fisch

Fisch sollte, genau wie Fleisch, roh verfüttert werden. Beim gegarten Fisch bitte keine Gräten füttern, da diese wie Knochen porös werden.

Für den Anfang sollte Fisch nur als Vitamin D-Quelle verfüttert werden. Hierzu verwendet man am besten Lachs (Salmo Salar oder Oncorhynchus-Arten), denn dieser hat einen sehr hohen Vitamin D-Gehalt. Ein Richtwert sind etwa 2-3% Lachs bezogen auf die Fleischmenge.
Man kann selbstverständlich auch andere Fischsorten verwenden und Fisch auch in größeren Mengen verfüttern. Hierbei sind jedoch einige Dinge zu beachten, deshalb bin ich der Meinung, dass das Verfüttern von Fisch (außer als Vitamin D-Quelle) etwas für später ist, wenn Barfen nicht mehr so kompliziert erscheint.

 

Aufpassen sollte man auch bei den Bezeichnungen des im Handel erhältlichen Fisches. Seelachs ist kein Lachs, sonder ein Köhlerfisch. Auch Lachsforelle ist kein Lachs! Lachs und Forelle gehören zwar zur selben Familie der Salmoniden (sowie Saiblinge, Huchen, Äsche uvm.), aber haben einen unterschiedlichen Vitamin-D Gehalt. Lachsforellen werden mit carotinhaltigem Futter ernährt, um die rote Fleischfarbe zu erzielen und den Fisch hochwertiger erscheinen zu lassen.

Lachs und Lachsöl sind für zwei vollkommen unterschiedliche Dinge da:

Lachs bringt Vitamin D ins Futter. Lachsöl geben wir zum Ausgleich der Fettsäuren. Man kann nicht Lachsöl statt Lachs oder umgekehrt verwenden, eben weil die beiden Dinge für unterschiedliche Zwecke dem Futter zugefügt werden.

 

Das Vitamin E im Lachsöl braucht nicht berücksichtigt werden, da bei der Verwertung von ungesättigten Fettsäuren zusätzliches Vitamin E benötigt wird. Dieses zusätzliche Vitamin E ist im Lachsöl meist schon enthalten. Man rechnet 1000 mg Lachsöl pro kg Fleisch.

Fisch für Erfahrene

Als Fleischfresser sind Katzen auf Nahrung mit einem hohen Anteil an hochwertigem tierischen Eiweiß angewiesen. Tierisches Eiweiß kommt selbstverständlich im Fleisch vor, aber auch Fisch enthält viel hochwertiges Eiweiß mit allen essentiellen Aminosäuren und stellt aus diesem Grund eine wertvolle Erweiterung des Speiseplans dar. Außerdem gilt Fisch als leicht verdaulich, da er im Vergleich zu Warmblüterfleisch einen sehr geringen Anteil an Bindegewebe aufweist. Aufgrund der guten Bekömmlichkeit können Katzen mit einem empfindlichen Verdauungssystem von der Fisch-Fütterung profitieren.

Doch nicht nur der hohe Proteingehalt macht Fisch zu einem wertvollen Bestandteil der Nahrung unserer Vierbeiner. Fisch enthält auch eine Vielzahl verschiedener Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und insbesondere die fetten Fische besitzen durch ihren hohen Anteil an essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren eine günstige Fettzusammensetzung. Vor allem die in fettem Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren machen Fisch so wertvoll für unsere Lieblinge.
Omega-3-Fettsäuren schützen das Herz, wirken entzündungshemmend und sollen sogar dem Entstehen von Krebs entgegen wirken. Außerdem haben sie die Eigenschaft, Arachidonsäure aus den Körperzellen zu verdrängen und können so gegen Gelenkentzündungen und rheumatische Erkrankungen helfen. Vor allem ältere Katzen sollten daher ausreichend mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren versorgt werden, die in hoher Menge in fettem Fisch enthalten sind.
Weiterhin hat Fisch einen hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Natrium, Kalium und Magnesium und an Vitaminen. Vor allem das fettlösliche Vitamin D ist in Fisch enthalten, aber auch die Vitamine A, E und die B-Vitamine. Vitamin D wird im Zusammenhang mit Calcium und Phosphor für den Erhalt der Knochenstabilität benötigt und schützt vor allem Katzen im Wachstum vor Rachitis.

 

Quelle: dubarfst.eu

Von Miss Pingle

Thiaminase

Wenn roher Fisch auf dem Speiseplan von Katzen stehen soll, wird oftmals vor Thiaminase gewarnt. Thiaminase ist ein Enzym, das Thiamin (Vitamin B1) in zwei Moleküle spaltet und damit für den Organismus unbrauchbar macht.

 

Thiaminase ist ein kälteunempfindliches Enzym. Es bleibt also auch bei Kälte aktiv und wird beispielsweise durch Einfrieren des Fisches nicht zerstört. Dies bedeutet, dass in tiefgefrorenem Fisch – je nach Tiefkühldauer – nur noch wenig oder gar kein Thiamin (Vitamin B1) mehr vorhanden ist. Es bedeutet aber nicht, dass tiefgefrorener Fisch mehr Thiaminase enthält, als frischer Fisch – lediglich die Thiaminasekonzentration im Verhältnis zum vorhandenen Thiamin (Vitamin B1) ist höher.
Die Thiaminase arbeitet so lange weiter, bis sie selbst von den protein-spaltenden Enzymen des Verdauungstraktes zerstört wird.

Solange die Thiaminase jedoch aktiv ist, spaltet sie Thiamin (Vitamin B1) und macht es so für den Organismus unbrauchbar. Hierbei wird nicht nur das im Fisch enthaltene Thiamin zerstört, sondern im Laufe der Zeit sämtliches Thiamin, welches der Thiaminase zur Verfügung steht.

 

Thiaminase ist zwar kälteunempfindlich jedoch nicht hitzestabil. Durch Kochen, Dünsten oder Braten denaturiert das Enzym und wird auf diese Weise inaktiv. Dadurch sind alle Dosenfische frei von Thiaminase!

Thiamin beziehungsweise Vitamin B1 ist besonders wichtig für die Energieversorgung des Gehirns. Eine mangelhafte Versorgung mit Thiamin (Vitamin B1) führt bei Katzen zur so genannten Thiaminmangel-Enzephalopathie - einer Gehirnerkrankung.
Anzeichen dieser Krankheit sind Aggressivität, verminderter Appetit, gelegentlich mit Erbrechen, Koordinationsschwäche, verringerte Herzfrequenz, erweiterte Pupillen und Anfälle. Die Koordinationsschwäche äußert sich häufig dadurch, dass die Katzen den Kopf nicht mehr heben können oder im Kreis laufen. Im Endstadium der Krankheit fällt die Katze ins Koma und stirbt schließlich. Außerdem kann Thiaminmangel zu epileptischen Anfällen und zu Herzkrankheiten (Herzvergrößerung) führen.
Im Frühstadium sind die Heilungsaussichten durch vermehrte Thiamingaben sehr gut. Normalerweise erholen sich die Katzen wieder vollständig von der Krankheit. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Heilungschancen allerdings immer geringer, da die Zerstörung der Nervenzellen nicht reversibel ist.

Sollte über lange Zeit in größeren Mengen thiaminasehaltiger roher Fisch gefüttert werden und aufgrund einer einseitigen Ernährung kein Ausgleich mit ausreichender Thiamin (Vitamin B1-Versorgung) möglich sein, kann es zu einem Thiaminmangel mit den beschriebenen Folgen kommen. Es ist jedoch übertrieben und vollkommen unnötig, aus Angst vor Thiamin (Vitamin B1)-Mangel auf Fisch in der Katzenernährung zu verzichten.

Wenn nur hin und wieder – etwa ein Mal wöchentlich – thiaminasehaltiger roher Fisch gefüttert wird, kann ohne große Bedenken ein möglicherweise aufgetretener Mangel ausgeglichen werden, indem in den folgenden Mahlzeiten vermehrt Thiamin (Vitamin B1) zugeführt wird.

Bierhefe, Gänse- und Entenleber enthalten beispielsweise hohe Mengen an Thiamin (Vitamin B1). Am schnellsten und effektivsten ist die Vitamin B1-Zufuhr mittels eines künstlichen Vitamin B-Präparates (Vitamin B-Komplex).

 

Zuerst einmal ist zu bedenken, dass nicht grundsätzlich alle Fische, sondern nur einige wenige Arten thiaminasehaltig sind. Um der möglichen Gefahr einer Vitamin B1-Unterversorgung zu entgehen, kann man vorwiegend Arten füttern, welche keine Thiaminase enthalten.


Wie man sieht, besteht kein Grund, seinen Katzen den Genuss von Fisch vorzuenthalten. Fisch ist gesund und die gefürchteten negativen Auswirkungen von Thiaminase lassen sich mit einigen einfachen Maßnahmen umgehen.

 

Quelle: dubarfst.eu

Von Miss Pingle

Thiaminase Tabelle

Die folgende Auflistung gibt Auskunft über das Vorkommen von Thiaminase in einigen Süßwasser- und Seefischen. Diese Liste ist jedoch nicht vollständig. Nicht aufgeführt sind beispielsweise Muscheln, Krebse und andere Schalentiere, welche sehr häufig Thiaminase enthalten.

Süßwasserfische nicht thiaminasehaltig

Aal (Anguilla anguilla)
Bachforelle (Salmo trutta fario)

Seeforelle (Salmo trutta lacustris)

Regenbogenforelle (Salmo gairdneri o. Oncorhynchus mykiss)
amerikanischer Flussbarsch (Perca flavensces)

Flussbarsch (Perca fluviatilis)

Hecht (Esox lucius)
Schwarzbarsch (Micropterus dolomieu)

Seefische nicht thiaminasehaltig

Dorsch (Gadus morrhua)
Heilbutt (Hippoglossus hippoglossus)
Seelachs / Köhler (Pollachius virens)
Lachs / Salm ( Salmo salar)
Makrele (Scomber scombrus)
Meeräsche (Mugil spp.)
Dorade / Meerbrasse (Stenotomus aculeatus)
Rotbarsch (Sebastes marinus)
Scholle (Pseudopleuronectes)
Seehecht / Meerhecht (Merluccius merluccius)
Silberlachs (Oncorhynchus kisutch)


Süßwasserfische thiaminasehaltig

Brasse / Brachse (Abramis brama)
Butterfisch (Peprilus spp.)
Felchen / Renke (Coregonus spp.)
Karpfen (Cyprinus carpio)
Goldfisch / Karausche (Carassius auratus)
Maifisch (Alosa alosa)
Stint (Osmerus eperlanus)
Wolfsbarsch (Morone chrysops)
Zander (Stizostedion spp.)(Sander lucioperca)

Seefische thimaniasehaltig

Anchovis / Sardelle (Anchoa spp. / Engraulis spp.)
Hering (Clupea harengus)
Makrele (jap.) (Scomber japonicus)
Gelbflossenthunfisch (Thunnus albercares)

 

 

Quelle: dubarfst.eu

Von Miss Pingle