Mythen und unbegründete Ängste

Viele stehen Barf skeptisch gegenüber und finden immer wieder neue Ausreden, ihrem Haustier eine artgerechte Ernährung zu bieten.

Der folgende Artikel greift diese Ängste auf und liefert Gegenargumente.

 

Hier die Top 10

Unterversorgung und Mangelerscheinungen = Im Fertigfutter ist alles, was Katzen brauchen

Wenn man sich in das nötige Hintergrundwissen eingelesen und es verstanden hat, wird es sicher zu keiner Unterversorgung kommen. Viele behaupten, dass nur industriell gefertigtes Katzenfutter das enthält, was eine Katze wirklich braucht, aber man sollte die Dinge mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten! Da die meisten Futtersorten Abfälle enthalten und durch das Haltbarmachen stark erhitzt werden, gehen wir davon aus, dass nicht mehr viele Vitamine enthalten sind. Als Ausgleich werden dann Zusätze sehr hoch dosiert, auch weil man nicht genau weiß, wie die Bioverfügbarkeit von einigen Substanzen ist. Taurin z.B. ist sehr hitzeempfindlich, kann ja aber nicht erst zum Schluss hinzugefügt werden, weil ja das Futter dann schon sterilisiert wurde. Auch die anderen Zusätze sind nicht ausgewogen. Sie stammen auch nicht aus natürlichen Quellen, sondern sind synthetisch hergestellt worden - hier stellt sich noch mehr die Frage nach der Bioverfügbarkeit.

 

Auch beim Barfen kann man Fehler machen, wenn man das Futter falsch oder gar nicht berechnet, nur auf Fertigsupplemente zurückgreift und keine Abwechslung der Fleischsorten anbietet. Ansonsten kommt es kaum zu einer Fehlernährung. Durch die Inhaltsstoffe von Fertigfuttern landet leider zu viel Müll in der Katze, der sehr schwer verdaulich ist und Leber und Nieren der Katze sehr beansprucht. Irgendwann werden die Organe nicht mehr fertig mit dem Entgiften des Körpers, und die Katze kann schwer erkranken.

Ein hoher Kohlenhydratanteil im Fertigfutter (besonders Trockenfutter) begünstigt Diabetes.

Von Trienomis

Salmonellen & andere Krankheitserreger = Wir werden alle krank

Katzen sind von Natur aus Rohfleischfresser. Ihr gesamter Verdauungstrakt und Organismus ist auf die Aufnahme von Rohfutter eingestellt.

Da Katzen als Fleischfresser einen kürzeren Darm haben, wird das Futter ihn recht schnell passieren, was auch verhindert, dass sich Krankheitserreger festsetzen können. Dazu kommt, dass Katzen sehr aggressive Magensäure haben, mit einem pH-Wert um die 1.

Wenn die Katze nebem Rohem auch noch Nassfutter bekommt, ist es wichtig, dass zwischen Roh- und Nassfuttermahlzeiten mindestens 5 Stunden vergehen, weil gekochtes Futter länger im Darm verweilt, das Rohe ausbremst und somit die Tore für Keime öffnet.

Eine Katze, die noch nicht auf Rohfutter umgestellt ist, hat eine weniger saure Magensäure, und der Organismus muss sich erst darauf einstellen.

Bei einer gesunden Katze und der Faustregel "mindestens 5 Stunden zwischen Roh- und Nassfutter" werden Keime keine Chance haben, sich anzusiedeln.

 

 

Auf die Hygiene beim Zubereiten sollte dennoch geachtet werden:

 

- das Werkzeug sollte wirklich nur für die Zubereitung von rohem Fleisch dienen

- Kühlkette beachten

- nur sauberes Werkzeug benutzen

- Hände waschen oder Handschuhe tragen

- keine Küchenhandtücher, sondern Küchenpapier verwenden und anschließend wegwerfen

- das Fleisch gründlich mit kaltem Wasser abspülen (Salmonellen sitzen zum größten Teil auf der Oberfläche)

- Schwämme und Lappen nach der Reinigung in den Müll werfen

- das Geschirr nach Gebrauch sofort reinigen

- für den "Dosi" (und meist auch die Küche) ist eine Dusche danach ratsam :-)

 

Wer trotzdem noch Bedenken hat, kann nach dem Reinigen das Werkzeug und die Arbeitsflächen mit Essigwasser abreiben (wirkt desinfizierend).

Von Trienomis

Rohes Fleisch macht Tiere aggressiv

Das ist ein weiterer Mythos, der so manchem Mensch im Kopf herumspukt. Er hält sich so hartnäckig wie der Mythos "Eine Katze muss einmal Babys gebären, bevor sie kastriert werden kann".

 

Aus unserer Erfahrung heraus können wir bestätigen, dass rohes Fleisch oder BARF unsere Katzen alles andere als aggressiv macht. Im Gegenteil, meine Katzen sind, seitdem sie gebarft werden, viel entspannter und ruhiger geworden.

Ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, was denn der Auslöser beim rohen Fleisch sein sollte, um die Aggression meiner Katzen zu steigern.

Es kommt eher darauf an, was die Katze auf ihrem Speiseplan stehen hat. Als ich noch nicht gebarft habe, kam es oft zu Situationen, wo eine Katze ihr Stück Fleisch den anderen gegenüber verteidigte. Fleisch war selten und schmackhaft und sollte nur von ihr gefressen werden (Leckerbissen teilt wohl keiner gerne). Lautes Knurren kam aus der Kehle, aber ich durfte hin und es ihr wegnehmen, wenn ich es denn wollte.

 

Jetzt, wo rohes Fleisch im Napf liegt, gehen die Katzen ganz entspannt damit um, und es gibt kein Gezanke, weil sie nun den früheren Leckerbissen als Hauptmahlzeit bekommen. Gibt es jedoch wieder mal was Besonderes (Küken, Flügel oder Trockenfleisch), kommt das Knurren wieder aus der Kehle, wenn eine andere Katze den Leckerbissen will. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst ;-)

Von Trienomis

Mein Tierarzt hat gesagt....

Dazu verweise ich hier einfach mal auf ein Video... dann kann man sich diesen Punkt nämlich auch sparen ;)

Tierfutter vom Tierarzt

von Freakygirl

Barf ist viel zu teuer

Leider denken viele Menschen, dass gute Katzenernährung teuer wäre. Doch wenn man das Gesamtpaket Katze betrachtet und die aus Fehlernährung resultierenden Krankheiten, dann zahlt es sich aus zu barfen.

 

1. Durch die naturnahe Ernährung baut die Katze ein wesentlich stärkeres Immunsystem auf als mit Fertigfutter. Man kann den Bedarf positiv für seine eigene Katze beeinflussen, falls diese schon Vorerkrankungen hat. Hier erspart man sich oft die Tierarztkosten, weil die Katze nicht mehr so häufig krank wird.

 

2. Durch die kompaktere Nahrung landet nicht so viel im Katzenklo. Bei Fertigfutterernährung ist das Kotvolumen viel größer als beim BARF, man braucht somit mehr Katzenstreu.

 

3. Da das BARF kompakter in seiner Zusammensetzung ist, braucht die Katze natürlich weniger zu fressen.

Ein kleines Beispiel von mir: Als meine 4 Katzen noch Nassfutter mit Trockenfutter bekamen, waren das sicher eine große 400-g-Dose Nassfutter und eine ganze Schüssel voll mit Trockenfutter (da muss man natürlich noch die fehlende Wassermenge dazurechnen). Das Gewicht allen Futters zusammen war pro Tag sicher fast 1 kg. Als das Trockenfutter gestrichen war, gab es nur Nassfutter, und da musste ich an manchen Tagen 3 400-g-Dosen aufmachen, also 1,2 kg. Laut Fütterungsempfehlung vieler  Hersteller müsste eine Katze fast eine ganze 400-g-Dose alleine fressen, um genügend Vitamine und Mineralien zu bekommen (das wären bei meinen 4 Katzen doch schlappe 1,6 kg Nassfutter). Diese Zeit empfand ich als sehr belastend für meinen Geldbeutel, da ich hochwertiges Nassfutter hatte und an manchen Tagen mit den Futterkosten über 5€ kam. Dank BARF liege ich jetzt mit meinen Katzen ungefähr bei 600-700g Futter täglich und 69 Cent pro Katze. Je nachdem, wo und was ich für Fleisch kaufe, variiert der Preis sehr stark.

 

Futterkosten von meinen 4 Katzen in einer Woche:

 

Putenoberkeule 1,6 kg: 7,98€
Hühnermägen 0,3 kg: 0,77€
Rind 0,280 kg: 2,80€
Suppenhuhn 1,1 kg: 3,26€
Hühnerherzen 0,150 kg: 0,48€
Hühnerleber ca. 0,120kg: 0,36€
Lachs ca. 0,060 kg: 0,57€
Seealge ca. 0,005 kg: 0,08€
Bierhefe ca. 0,006 kg: 0,10€
Fortain ca. 0,040 kg: 1,52€
Dicalciumphosphat ca. 0,010 kg: 0,17€
Eierschale und andere Calciumsuppies: 0,20€
Meersalz ca. 0,007 kg: 0,07€
Taurin ca. 0,010 kg: 0,98€

 

Zusammen macht das 19,34€ und auf den Tag umgerechnet pro Katze 69 Cent.

Vitamin-E-Tropfen habe ich nicht mit in die Berechnung genommen, weil sie vermutlich mehr als ein Jahr halten und der Preis pro Fläschchen sich damit kaum auf einzelne Tropfen umrechnen lässt. Als Ballaststoff verwende ich Sesam, den ich umsonst bekomme und somit auch nicht in die Berechnung eingebaut habe. Das Fleisch beziehe ich aus dem Supermarkt und zum Teil von meinem Metzger, je nachdem, was ich gerade verwenden will.

Von Trienomis

Meine Katze ist zu alt und/oder zu krank für Barf

Barf ist durch seinen hohen Gehalt an hochverdaulichen Proteinen, den relativ hohen Fettgehalt und den sehr niedrigen Kohlenhydratgehalt genau auf den besonderen Energiestoffwechsel der Katze abgestimmt. Daher können gerade auch alte und kranke Katzen von einer Umstellung auf Barf profitieren, weil die Energiequellen im Rohfutter besser verwertbar sind als die in vielen Fertigfuttersorten.

 

Bei Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten sowie chronischen Magen-Darmbeschwerden (bis hin zu IBD, chronischer Darmentzündung) ist Barf geradezu das Mittel der Wahl.

Harnwegserkrankungen oder Diabetes können mit artgerechter Rohfütterung stark gebessert oder sogar geheilt werden, weil man diesen Krankheiten damit die Grundlage entzieht. Bei vielen anderen Krankheiten erreicht man mit angepasster Fütterung immerhin eine Besserung der Symptome und des Allgemeinbefindens. (Barfen ersetzt natürlich keine tierärztliche Behandlung!)

 

Wichtig ist hier auch, dass man mit Barf die Ernährung relativ einfach auf individuelle Krankheiten und Beschwerden abstimmen kann - also z.B. bei Nierenkrankheiten weniger Phosphor füttern, bei Schilddrüsenüberfunktion weniger Jod, zum Päppeln mehr Fett, bei Bauchspeicheldrüsenproblemen weniger Fett, und so weiter.

Es ist dagegen oft sehr schwer bis unmöglich, Fertigfutter für solche Spezialbedürfnisse zu finden, vor allem wenn man a) kein Millionär ist und b) auch noch eine akzeptable Zusammensetzung erwartet, die nicht nur aus tierischen und pflanzlichen Nebenerzeugnissen besteht.

 

Bei vielen alten und geschwächten Katzen ist allerdings erstmal am wichtigsten, dass sie überhaupt etwas fressen - solchen Katzen sollte man nie auf Teufel komm raus und gegen ihre eigenen Vorlieben gesundes Futter aufzwingen. Wenn es dem Patienten besser geht, kann man langsam und in kleinen Schritten eine Umstellung in Angriff nehmen.

Von Nonsequitur

Meine Katze mag kein Barf

Akzeptanz und Qualität sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn man einem Menschenkind einen Hamburger und einen Teller rohes Gemüse anbietet, welche Seite gewinnt wohl? ;) Und ist das ein Grund für verantwortungsvolle Eltern, ihre Kinder nur mit Fast-Food zu ernähren, denn "es schmeckt ihnen ja so gut"?

 

Die Methode "Friss oder stirb" (= Napf mit neuem Futter hinstellen und fertig) funktioniert bei vielen Katzen nicht. Das liegt nicht daran, dass sie das neue Futter nicht mögen, sondern daran, dass sie es nicht kennen und deshalb misstrauisch sind: also an ihrer angeborenen Neophobie, was das Futter angeht.

Oft spielt auch Fehlerziehung eine Rolle - manche Katzen mäkeln aus Prinzip, weil man ihnen ein paarmal zu oft nachgegeben hat und bei spontanem Nichtgefallen sofort ein anderes Futter hingestellt hat. So haben sie gelernt: "Wenn ich mein Futter stehenlasse, dann bekomme ich was Besseres." In den schlimmsten Fällen verselbständigt sich dieses "Auf Besseres warten" derartig, dass sie, wenn man sie ließe, durchaus vor dem vollen Napf verhungern würden. Oder sie mäkeln, um Aufmerksamkeit von ihren Dosenöffnern zu bekommen.

 

Um solche Katzen auf ein ungewohntes Futter umzustellen, muss man mit Tricks arbeiten, und vor allem mit Geduld, Konsequenz und Durchhaltevermögen.

 

Hier einige Tipps zur Umstellung.

Von Nonsequitur