Umstellung auf BARF

Katzen leiden oft an Neophobie, was übersetzt "Angst vor Neuem" bedeutet.

Was eine Katze nicht kennt, frisst sie nicht.

Wenn eine Katze nur Trockenfutter gewöhnt ist, ist es schwer, sie zu überzeugen, dass B.A.R.F. die bessere Wahl ist. Selbst die Umstellung von Trockenfutter auf Dosenfutter stellt eine Hürde dar, weil der Geschmack und die Konsistenz völlig anders sind.

Wenn die Katze das BARF verweigert, ist es sinnvoll, die Umstellung über ein paar mehr Schritte laufen zu lassen:

1. Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter

 

Neben der Gewöhnung an den höheren Feuchtigkeitsgehalt in der Nahrung, kommt auf die Katze noch eine weitere Umstellung zu, da Feuchtfutter nicht ständig für die Katze bereit stehen kann, weil es sonst verderben würde. Sie muss sich also anstatt der bei Trockenfutter üblichen durchgängigen Fütterung darauf einstellen, dass es nur noch regelmäßige Mahlzeiten zu bestimmten Zeiten gibt.

Katzen, die ständig Futter zur Verfügung haben, wie es bei der Trockenfütterung üblich ist, fressen oft nur kleine Häppchen über den Tag verteilt, so dass sie nie richtig hungrig und nie richtig satt sind. Zudem haben sie immer dann die Möglichkeit, auf das ständig zur Verfügung stehende TroFu auszuweichen, wenn sie etwas nicht fressen wollen oder das Trockenfutter einfach lieber mögen, was leider bei den meisten Katzen der Fall ist. Das ist eine denkbar schlechte Voraussetzung, ihnen ein anderes Futter schmackhaft zu machen.

 

Zu Anfang beginnt man die Trockenfutterbröckchen etwas anzufeuchten, aber so, dass die Katze diese noch frisst. Je nachdem wie die Katze dieses annimmt, kann man die Wassermenge leicht steigern. Nun sollte man auf hochwertiges Nassfutter umstellen, indem man es unter das angefeuchtete Trockenfutter mischt und langsam das Trockenfutter reduziert. Wenn die Katze erfolgreich auf Nassfutter umgestellt ist, wird der Katze kein TroFu mehr zur Verfügung gestellt, und man kann man einen Schritt weiter gehen und sie an rohes Fleisch gewöhnen.

 

2. Umstellung von Nassfutter auf Fleisch

 

Um die Katze an rohes Fleisch zu gewöhnen, kann man kleine Stücke vom Huhn oder Pute pur anbieten oder sie mit Trockenfutterbröseln "panieren".

Manchmal kann es helfen, das Fleisch "aus Versehen" fallen oder irgendwo liegen zu lassen.

 

Wenn rohes Fleisch nicht akzeptiert wird, kann man es der Katze hinwerfen oder an eine Schnur binden und damit spielen, um ihren Jagdinstinkt zu wecken.

 

Klappt das alles nicht, kann man versuchen, ob die Katze gegartes Fleisch annimmt. Dazu kocht man das Fleisch in ganz wenig Wasser, lässt es abkühlen und serviert es mit dem restlichem Kochwasser.

Wenn das funktioniert, verkürzt man die Kochzeit jedes Mal, bis das Fleisch von innen komplett roh ist. Dann reicht es, das Fleisch nur kurz mit heißem Wasser zu überbrühen, so dass die Oberfläche des Fleisches grau wird. Bald sollte die Katze das Fleisch komplett roh annehmen.

 

Eine ausgewachsene Katze kann ca. 20% ihrer Nahrung unsupplementiert zu sich nehmen, ohne einen Mangel an Nährstoffen zu bekommen.

Wenn man darüber hinaus gehen möchte, sollte man anfangen zu barfen.

 

Wenn die Katze erstmal rohes Fleisch frisst, ist schon ein großer Schritt erfolgt, und man beginnt nun, das Fleisch zu supplementieren.

 

3. Umstellung vom Fleisch auf vollsupplementiertes BARF

 

Jetzt kann man in die Rohfleischmahlzeit langsam die Supplemente einschleichen.

Die Umstellung muss nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern kann auch an das Tempo der Katze angepasst werden.

Man kann allerdings auch immer wieder versuchen, voll supplementiertes Fleisch vorzusetzen und abzuwarten.

 

Wichtig

Länger als 2 Tage sollte man die Katze AUF KEINEN FALL hungern lassen, weil es gesundheitliche Schäden verursachen kann. Wenn eine Katze kein tierisches Eiweiß zugeführt bekommt, fängt der Organismus an, körpereigenes Eiweiß abzubauen, was nach relativ kurzer Zeit schwere Organschäden verursachen und sogar tödlich enden kann.

 

Sollte die Katze plötzlich wieder das Futter verweigern, ist es deshalb ratsam, einen Schritt zurück zu gehen und diesen etwas länger beizubehalten.

 

Es ist wichtig, dass die Katze keine Ausweichmöglichkeiten hat, damit sie sich nicht den Bauch mit mit etwas Anderem vollschlagen kann und dann keine Lust mehr auf ihr BARF hat.

von Cliou & Trienomis